Medizinisches Glossar

In den Texten auf unserer Website finden Sie zwangsläufig eine Menge medizinischer Fachbegriffe, auch in Arztgesprächen werden Sie häufig damit konfrontiert ohne diese immer im Detail zu verstehen (und im Alltag kommt es leider manchmal vor, dass dem Patienten nicht alle Fachbegriffe adäquat erklärt werden). Damit Sie nachlesen können was die Fachbegriffe im einzelnen bedeuten, haben wir ein kleines Glossar zusammengestellt.

Wenn Sie Begriffe auf unserer Website entdecken, die nicht oder nicht ausreichend erklärt werden, nutzen Sie unser Kontaktformular und machen Sie uns darauf aufmerksam!

A

ACE-Hemmer

Blutdrucksenkendes Medikament, setzt den Strömungswiderstand vor allem im Körperkreislauf herab.

Aneurysma

Umschriebene, meist asymmetrische, dauerhafte krankhafte Wandausbuchtung eines vorgeschädigten arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand mit Gefahr der Ruptur (Einreißen).

Angina pectoris

Angina pectoris bedeutet Brustschmerz und ist das Hauptsymptom der koronaren Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzgefäße), die mit einer Minderversorgung des Herzmuskels oder einem gesteigerten Bedarf des Körpers an Sauerstoff einhergeht; das typische Beschwerdebild sind Schmerzen in der Herzgegend, meist hinter dem Brustbein, Engegefühl im Brustkorb und Atembeklemmungen.

Aorta

Die von der linken Herzhälfte abgehende Hauptschlagader als Stammgefäß des großen Kreislaufs; gewährleistet die Versorgung aller Organe mit sauerstoffreichem Blut; beginnt mit dem aufsteigenden Teil (A. ascendens) über der durch die Aortenklappe verschließbaren Öffnung der linken Herzkammer; von diesem Teil gehen im so genannten Bulbus aortae die Herzkranzgefäße ab; es folgen der Aortenbogen (Arcus aortae) und der absteigende Teil (A.descendens), endend in der endständigen Aorten Gabel (Aorten Bifurkation) mit Aufteilung in die beiden Beckenarterien.

Aortenklappen Stenose

Herzklappe zischen der linken Herzklammer und der Hauptschlagader ist verengt und kann sich nicht mehr ausreichend öffnen.

Arrhythmie

Störung der regelmäßigen Herzschlagfolge bei Reizbildungs- oder Reizleitungsstörung, klinisch zu spüren durch einen unregelmäßigen Pulsschlag.

Arteriosklerose

Atherosklerose; „Arterienverkalkung“; Gefäßerkrankung mit Einlagerung von Fett und nachfolgender Verkalkung der Gefäßwände; führt allmählich zu einer Einengung der Gefäße und damit zu Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt.

ASS

„Aspirin“ Medikamente, die als Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) oder verwandte Substanzen enthalten und die Verklumpung von Blutplättchen hemmen und damit das Risiko einer Gerinnsel Bildung senken.

B

Ballondilatation

Nicht-operative (perkutane) Aufdehnung von Gefäßen, insbesondere zur Dehnung von Engstellen der Herzkranzgefäße, mit Hilfe eines Ballonkatheters.
Engstellen der Gefäße - Stenosen genannt - können durch die Ballondilatation wieder geweitet werden. Dazu wird ein kleiner Katheter mit einem Ballon an der Spitze zur Gefäßengstelle vorgeschoben und der Ballon aufgeblasen. Dadurch wird die Engstelle auf gedehnt.

 

Belastungs-EKG

Das beim Herz-Kreislauf-Kranken nach definierbar dosierter, leichter körperlicher Belastung (i.d.R. Fahrrad- oder Laufbandbelastung) geschriebene EKG zur Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Herzens oder Herzrhythmusstörungen.

Betablocker

Rezeptoren blockierende Substanzen, die Herzfrequenz, Schlagkraft und Erregbarkeit im Herzen und somit den Sauerstoffverbrauch des Herzens reduzieren.

Biventrikulär

(= beidseitige Stimulation)
Sowohl die rechte als auch linke Herzkammer werden elektrisch stimuliert (herkömmliche Herzschrittmacher oder Defibrillatoren stimulieren nur im rechten Herzen).

Blutdruckmessung

Die Blutdruckmessung erfolgt meist über eine Manschette am rechten oder linken Oberarm. Der erste - systolische - Wert ist der "Spitzendruck", der bei jedem Herzschlag entsteht, der zweite - diastolische - Wert ist der "Dauerdruck".
Die Messung durch den Patienten sollte erst nach Einweisung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Um den Blutdruck über Tage und Wochen vergleichen zu können ist es z.B. wichtig, die Messung immer zum selben Zeitpunkt (nach dem Aufstehen oder nach Medikamenteneinahme) durchzuführen.

Body-Mass-Index

Messzahl zur Bestimmung des Normalgewichts; ergibt sich aus dem Quotienten des Körpergewichts einer Person in Kilogramm und dem Quadrat der Körpergröße in Metern (Gewicht/Größe2 [kg/m2]). Als normal gelten Werte zwischen 20 und 25.

Bodyplethysmographie

Die Bodyplethysmographie ist eine wichtige Untersuchung in der Lungenfunktionsdiagnostik. Der Patient befindet sich in einer luftdicht abgeschlossenen Kabine und atmet durch ein Mundstück ein und aus. Verschiedene Untersuchungen können nun zur Einschätzung von Lungenfunktionsparametern durchgeführt werden. Obstruktionen, Restriktionen, Überblähungen und Widerstandserhöhungen in den Atemwegen gehören zu den wesentlichen Aussagen, die eine Bodyplethysmographie liefern kann.

Brachytherapie

Bei der Brachytherapie werden leicht "strahlende Stents" (kleine Maschengitter) zur Behandlung von Engstellen der Herzkranzgefäße angewendet. Die Wirkung der Strahlung ist auf wenige Millimeter im Bereich der Engstelle beschränkt. Durch die Strahlung (Beta oder Gamma-Strahlung) soll eine erneute Verengung der Gefäße verhindert werden.

Bronchoskopie

Mittels einer dünnen (6-8 mm Durchmesser), flexiblen Glasfaseroptik (ähnlich der Magenspiegelung) können die Atemwege (Bronchien) betrachtet werden (1). Dies ermöglicht die Erkennung von Atemwegserkrankungen, z. B. Bronchitis oder Asthma. Weiterhin können durch das Bronchoskop Gewebeproben (2) entnommen und Sekret (z. B. eitriger Schleim) abgesaugt (3) werden. In der Krebstherapie kann durch Einbringen eines Stents (4) (Metall- oder Kunsstoffstütze) der Luftweg offen gehalten oder durch Lasertherapie (5) der Tumor verkleinert werden.

C

Cholesterin

Risikofaktor 1.
Ordnung für die Ausbildung einer koronaren Herzerkrankung; gehört zu der Gruppe der Nahrungsfette. Cholesterin wird sowohl mit der Nahrung aufgenommen, als auch im Körper vor allem in der Leber gebildet. Es kann zwischen sogenanntem „guten“ (HDL) und „schlechten“ (LDL) Cholesterin unterschieden werden.

CRT

Akronym für: cardiac resynchronization therapy.
Englischer Begriff für biventrikuläre Stimulation.

D

Defibrillator

Ca. 75-115g schweres Gerät in der Größe einer Zigarettenschachtel zur Behandlung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Sekunden-Tod, plötzlicher Herztod). Das Gerät erkennt automatisch die Herzrhythmusstörung und gibt einen Stromstoß ab, der den normalen Herzschlag wiederherstellt. Moderne Geräte können auch langsame Herzrhythmusstörungen erkennen und therapieren. Dies wird durch eine zusätzliche Herzschrittmacherfunktion ermöglicht.

Defibrillator Implantation

Einpflanzung eines Defibrillators zur Behandlung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Das Gerät wird in örtlicher Betäubung zumeist links pectoral (linker Brustmuskel) unter die Haut eingesetzt. Zuerst erfolgt ein kleiner Hautschnitt, die Punktion einer Vene, das Platzieren der Elektrode in der Spitze der rechten Herzkammer, die Implantation des Aggregates, das Testen des Systems und die Hautnaht.

DGK

Akronym für: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit; Stoffwechselerkrankung, die zu
erhöhten Blutzuckerwerten führt. Es gibt zwei wesentliche Formen
des Diabetes: Typ-I-Diabetes mit einem Mangel am Hormon Insulin
(körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin pro-
duzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, klassischer Insulinman-
geldiabetes, der meist schon im Kindes- oder Jugendalter beginnt),
Typ-II-Diabetes mit einer verminderten Empfindlichkeit der Körper
-zellen für Insulin, sog. Insulinresistenz (jahrelange Überproduktion
von Insulin mit "Erschöpfung" der Insulin-produzierenden Zellen,
auch als Altersdiabetes bezeichnet, der meist erst im Erwachsenen-
alter beginnt, aber auch stark übergewichtige Jugendliche betreffen kann).

Diastole

Entspannungsphase des Herzens; der Herzmuskel erschlafft und die Vorhöfe füllen die Kammern mit Blut.

Dilatation

siehe Ballondilatation.

Diuretika

Harntreibende Medikamente; bewirken eine Entwässerung des Körpers und senken Blutdruck und die Herzbelastung.

Doppler

Doppler bezeichnet eine spezielle Ultraschalltechnik, mit der die Blutflussgeschwindigkeit direkt gemessen werden kann, z.B. in einem Herzkranzgefäß (intrakoronar - "in der Herzkranzarterie"); durch Gabe eines Medikaments (Adenosin), das zu einer Erweiterung der Herzgefäße wie bei einer Belastungssituation führt, lässt sich auch die Steigerungsmöglichkeit des Blutflusses unter Belastung prüfen (so kann u.a. festgestellt werden, ob sich eine Verengung eines Herzkranzgefäßes tatsächlich auf die Durchblutung des Herzmuskels auswirkt und ob eine Behandlung erforderlich ist).

Dyspnoe

Form der Atemstörung mit subjektiven Zeichen der Atemnot, Lufthunger, Kurzatmigkeit und/oder Beklemmung.

E

Echokardiographie

Ultraschalldiagnostik des Herzens; hierbei können u.a. Herzmuskel und Herzklappen in Funktion und Aufbau dargestellt und beurteilt werden.

Echokardiogramm/Echokardiographie

Hierbei wird mittels Ultraschallwellen (wie beim Echolot) das Herz untersucht. Dadurch lässt sich die Funktion des Herzens z.B. Herzpumpleistung, Größe des Herzens, Veränderung der Herzklappen feststellen.

Elektrokardiographie (EKG)

Oberflächliche Ableitung der Herzströme mit Kurvendarstellung der elektrischen Aktivität des Herzens.

Ergometrie

siehe Belastungs-EKG

F

FAQ

Akronym für: häufig gestellte Fragen (engl.: Frequently Asked Questions)

G

Gefäßultraschall

Ähnlich wie bei der Echokardiographie werden Ultraschallwellen zur Darstellung von Gefäßen und Gefäßveränderungen genutzt. So können Verkalkungen der Halsarterien und Beinarterien ("Raucherbein") durch den Gefäßultraschall erkannt und dann gezielt durch z.B. eine Stentimplantation behandelt werden.

H

HDL

(=High density Lipoprotein); Protein, das für den Transport von Cholesterin zuständig ist; hohen HDL-Werten wird eine positive Wirkung auf das Atherosklerose-Risiko zugeschrieben.

Herzinsuffizienz

Pumpschwäche des Herzens.

Unfähigkeit des Herzens, das Gewebe mit genügend Blut bzw. Sauerstoff zu versorgen; unzureichende Leistung des Herzens im Verhältnis zum Körperbedarf; bei linksseitiger Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz) arbeitet die linke Herzhälfte unzureichend und das Blut staut sich in der Lunge (Stauungslunge); es kommt zu einer Wasseransammlung in der Lunge; bei rechtsseitiger Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) staut sich das Blut in den Geweben des Körpers; es kommt zu Wasseransammlungen im Körper (z.B. in beiden Beinen, in der Bauchhöhle, in der Leber, usw.); ist die Pumpfunktion beider Herzkammern eingeschränkt, spricht man von einer globalen Herzinsuffizienz.

Herzkatheter/Herzkatheter Untersuchung

Diagnoseverfahren, bei dem ein dünner Plastikschlauch (Katheter) in ein Arm- oder Beingefäß (meistens im Leistenbereich; Linksherzkatheter in Arterie, Rechtsherzkatheter in Vene) eingeführt wird; unter ständiger Röntgenkontrolle wird er in das Herzinnere und die angrenzenden großen Gefäße vorgeschoben; dient der Austastung einzelner Herzabschnitte, der direkten Messung des Druckes (mittels Elektromanometer), Blutprobenentnahmen (Blutgasanalyse), der selektiven Kontrastdarstellung des Herzens und der herznaher Gefäße (Koronarangiographie), der quantitativen Bestimmung von Kreislaufgrößen (Strömungswiderstände, Kreislauf- u. Shunt Volumina) und der Klappenöffnungsflächen oder dem Einbringen von Schrittmacherelektroden.

Herzschrittmacher

Kleines, elektronisches Gerät, das Stromimpulse an das Herz abgibt. zur Behandlung von langsamen Herzrhythmusstörungen (Bradykardien). Das Gerät erkennt automatisch den langsamen Herzschlag und gibt - ohne das der Patient es merkt einen kleinen schmerzlosen Stromimpuls ab, der das Herz zum regelmäßigen Schlagen anregt. So wird beim Vorhofschrittmacher eine Elektrode in die rechte Vorkammer, beim Ventrikel Schrittmacher eine Elektrode in die rechte Hauptkammer und beim Doppelkammerschrittmacher jeweils eine Elektrode in die rechte Vor- und Hauptkammer gelegt.

Hypertonie / Hypertonus

Bluthochdruck; als systemische Hypertonie entsprechend einer Druckerhöhung im großen Kreislauf (Körperkreislauf) oder als pulmonale Hypertonie als Druckerhöhung im kleinen Kreislauf (Lungenkreislauf).

I

ICD

Abkürzung für: Defibrillator.

Implantable Cardioverter Defibrillator; in den Körper einsetzbarer Kardioverterdefibrillator, der bei schweren Herzrhythmusstörungen zu jeder Zeit den Herzrhythmus kontrolliert und bei Bedarf automatisch einen Elektroschock zur Rhythmisierung abgeben kann.

Insuffizienz

Unzureichende Erfüllung einer Funktion, z.B. Herz-Insuffizienz (Pumpschwäche),    Herzklappen-Insuffizienz (Undichtigkeit).

Intrakoronarer Ultraschall (IVUS)

Analog zum Gefäßultraschall wird beim intrakoronaren Ultraschall die Beschaffenheit des Gefäßes mittels Ultraschallwellen beurteilt. Beim intrakoronaren Ultraschall wird allerdings die sehr kleine Ultraschallsonde (2 mm Durchmesser) direkt in das zu untersuchende Herzkranzgefäß eingebracht. Diese Katheter Technik wird bei schwierigen Engstellen am Herzen zur Vermessung und besseren Therapieplanung (z.B. welche Gefäßstütze genommen werden muss) eingesetzt.

K

Kammerflimmern

Unkoordinierte Herzmuskeltätigkeit mit "Flimmerwellen" im EKG (300/Min.); tödlich wie ein Herzstillstand ohne therapeutisches Eingreifen.

Kardioversion

Regularisierung des Herzrhythmus durch Medikamentengabe oder Elektrotherapie (Abgabe eines kleinen Elektroschocks in Kurznarkose).

Katheter

Dünner Plastikschlauch zum Einführen in Hohlorgane oder Gefäße, z.B. im Rahmen einer Herzkatheter Untersuchung.

Koronarangiographie

Hierbei erfolgt die Darstellung der Herzkranzgefäße mittels Katheter Technik. Über ein Blutgefäß in der Leiste wird ein sehr dünner Katheter (2 mm Durchmesser) schmerzlos bis zum Herzen vorgeschoben. Dann wird ein sogenanntes Kontrastmittel vorsichtig in die Herzkranzgefäße eingespritzt, um Engstellen an den Blutgefäßen des Herzens sichtbar zu machen. Diese Untersuchung erfolgt mittels einer Röntgenanlage.

L

Langzeit-EKG

EKG, das während 24 Stunden auf einer Speichereinheit (z.B. Aufnahmekassette) aufgezeichnet und dann ausgewertet wird; zur Entdeckung und Überwachung von möglichen bzw. bekannten Herzrhythmusstörungen.

LDL

Low-density-Lipoprotein; Protein, das für den Transport von Cholesterin zuständig ist; hohe LDL-Werte gehen mit einem erhöhten Atherosklerose-Risiko einher.

Linksschenkelblock

Blockierung einer Leitungsbahn im Herzen, die zu einem Verlust der homogenen Erregung der linken Herzkammer führt.

Lungenembolie

Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien durch Blutgerinnsel Lungenödem akute oder chronische Flüssigkeitsansammlung in der Lunge; häufig als Folge bei akuter oder chronischer Herzinsuffizienz.

Lungenfunktion

Die Lungenfunktion wird zur Erkennung und Beurteilung von Lungenerkrankungen (z.B. Bronchitis oder Asthma bronchiale) eingesetzt. Hierbei werden die Lungenleistung, das Lungenvolumen und die Dehnbarkeit der Lunge beurteilt.

M

Marcumar

Gerinnungshemmendes Medikament; wird nach Implantation von künstlichen Herzklappen oder bei Vorhofflimmern eingesetzt; Therapiekontrolle über Quick-Test und INR-Wert.

mmHG

Millimeter Quecksilbersäule, Maßeinheit für Blutdruck.

Myokardinfarkt

Herzinfarkt; Untergang von Herzmuskelgewebe infolge verminderter Blut- und damit Sauerstoffversorgung. Ursache ist ein Verschluss der Herzkranzgefäße durch ein Gerinnsel (Thrombus).

Myokarditis

Häufig durch Viren verursachte Herzmuskelentzündung, kann mit Labortests und im Kernspintomographen (MRT)diagnostiziert werden.

O

Obstruktion

Verengung, Verstopfung eines Hohlorgans, Ganges oder Gefäßes; Hindernis in der Blutstrombahn.

Ödem

Ansammlung oder Einlagerung von Flüssigkeit in Körpergeweben z.B. in der Lunge als Lungenödem ("Wasser in der Lunge").

P

Papillarmuskel

Kegelförmiger Muskelvorsprung an der Innenwand der Herzkammern. Von diesem Muskel ziehen feine Sehnenfäden zu den Klappen und sorgen für einen sicheren Schluss der Herzklappen während der Auswurfphase der Herzkammern; wenn der Papillarmuskel beim Herzinfarkt betroffen ist, kann es zu einem akuten Herzklappenfehler kommen.

Parasympathikus

Teil des vegetativen Nervensystems; Hauptnerv ist der Nervus vagus, bei Aktivierung verlangsamt sich der Herzschlag.

Phlebitis

Entzündung der Venenwand.

Physiologisch

Mit normaler Funktion, nicht krankhaft.

Pleuritis

Rippenfellentzündung; Differentialdiagnose zum Herzinfarkt, da die Pleuritis erhebliche, allerdings atemabhängige Schmerzen verursachen kann.

Pneumonie

Lungenentzündung.

PSG / Polysomnographie

Die kardiorespiratorische Polysomnographie, kurz PSG genannt, ist die Hauptuntersuchung, die im Schlaflabor durchgeführt wird. Verschiedene den Schlaf beschreibende Parameter wie das Elektroenzephalogramm (EEG) und andere Messgrößen wie Atmung, Puls und Sauerstoffsättigung im Blut werden während der Nacht abgeleitet. Diese passiert unter Überwachung durch geschulte Nachtdienste. Die Auswertung der PSG ermöglicht Aussagen zur Schlafqualität, zur Atmung im Schlaf und zu anderen Schlafstörungen.

PTCA

Siehe Ballonkatheter.

Pulmonale Hypertonie

Lungenhochdruck; führt zu Leistungsminderung, Atemnot und Knöchelödemen; pulmonale Hypertonie wird mittels Echokardiographie und Rechtsherzkatheter diagnostiziert.

Pulmonalklappe

Klappe zwischen Lungenschlagader und rechter Herzkammer bestehend aus drei halbmondförmigen Taschenklappen.

Pulmonalklappeninsuffizienz

Angeborene oder erworbene Schlussunfähigkeit der Pulmonalklappe mit Blutrückstrom aus der Lungenschlagader in die rechte Herzkammer.

Pulmonalklappenstenose

Verengung der Öffnung der Pulmonalklappe mit verminderter Auswurfmöglichkeit von Blut aus der rechten Herzkammer, z.B. durch Fehlanlage, Verdickung oder Verkalkung der Klappen sowie durch Verwachsungen im Bereich der Klappenkommissuren.

R

Reanimation

Wiederbelebung durch Herz-Druck-Massage und Beatmung.

Residuen

bleibende Restzustände, z.B. Herzinsuffizienz nach Myokardinfarkt.

Restenose

Erneute Verengung einer Klappe oder eines Gefäßes nach einer vorangegangenen Erweiterung.

Restriktive Kardiomyopathie

Eigenständige Herzmuskelkrankheit mit ausgeprägter Wandversteifung der linken Herzkammer und Verdickung der Innenhaut (Endokardfibrose).

Retrosternal

Hinter dem Brustbein gelegen.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Erkrankung (Rückfall).

S

Schenkelblock

Rechts- oder Linksschenkelblock (RSB/LSB); Blockierung im rechten oder linken Schenkel des Reizleitungssystems; die normale Erregung der Herzkammer ist gestört (im EKG erkennbar); bei Herzinsuffizienz und Linksschenkelblock kann eventuell ein Schrittmacher zur Resynchronisation notwendig sein.

Sedierung

Entspannung und Beruhigung durch Verabreichung eines entsprechenden Medikamentes.

Shunt

Natürliche oder operativ angelegte Kurzschlussverbindung zwischen Venen und Arterien, oder auch zwischen dem linken und rechten Herz; dabei unterscheidet man Links-Rechts-Shunt und Rechts-Links-Shunt; je nach Flussrichtung gelangt eine gewisse Menge Blut durch die Kurzschlussverbindung auf die andere Seite.

Spiroergometrie

Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Ergometrie) unter gleichzeitiger Bestimmung des Atemzeitvolumens und des Sauerstoffverbrauchs.

Oft treten Beschwerden wie Luftnot oder Herzschmerzen erst bei körperlicher Belastung (z.B. Treppen steigen) auf. Genau wie beim Belastungs-EKG wird bei dieser Untersuchung der Einfluss von körperlicher Belastung auf die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Herzdurchblutung (EKG) untersucht. Zusätzlich erfolgt die Messung der Sauerstoffaufnahme/Kohlendioxidabgabe, der Atemtiefe und der Atemfrequenz über eine Atemmaske und zusätzlich die Erfassung der Sauerstoffsättigung des Blutes mittels Kapillarsensors.

Stenose

Verengung von Gefäßen oder Klappen.

Stent

Maschendrahtartige Gefäßstütze, um, z.B. nach einer Ballondilatation, die aufgeweitete Engstelle offen zu halten.

Stress-Echo / Stress-MRT

Ultraschall- oder Kernspinuntersuchung, bei der das Herz durch Medikamente auf eine höhere Schlagfrequenz gebracht wird, um die Herzfunktion auch unter Belastung zu untersuchen.

Sympathikus

Teil des vegetativen Nervensystems, Reizung führt zur Steigerung der Herzleistung (Frequenz, Kraft).

Systole

Phase der Herzmuskelanspannung (Kontraktion des Herzmuskels); Blutauswurf; Entleerung des Herzens, das Blut wird da durch in Lungenarterie und Aorta gepresst.

Systolikum

(pathologisches) Herzgeräusch in der Systole.

T

Tachykardie

Zu schneller Herzschlag; Steigerung der Herzfrequenz über 100 Schläge/min.

TEE (transösophageale Echokardiographie)

„Schluckecho“; Ultraschall-untersuchung, bei der eine Sonde durch die Speiseröhre (=Ösophagus) bis in die unmittelbare Nähe des Herzens vorgeschoben wird; Ultraschalltechnik mit sehr guter Auflösung zur Diagnose von Herzerkrankungen, insbesondere Thromben und Klappenvitien; wird zunehmend auch bei Operationen und während Katheter Interventionen eingesetzt.

Telemetrie

Fernabfrage (durch die Haut hindurch) eines Herzschrittmachers.

Thorax

Brustkorb.

V

Venen

Blutgefäße, die das Blut zum Herzen transportieren.

Ventrikel

Herzkammer.

Ventrikulographie

Die linke Herzkammer wird über einen Herzkatheter mit einer speziellen Flüssigkeit (Kontrastmittel) gefüllt. Innerhalb weniger Herzschlägen wird das Kontrastmittel aus der linken Herzkammer herausgepumpt. Durch die Ventrikulographie kann die Herzpumpleistung bestimmt werden. So ist z.B. bei der Herzmuskelschwäche die Herzpumpleistung eingeschränkt und das Kontrastmittel wird langsamer aus der Herzkammer herausgepumpt.

Das Kontrastmittel wird nach einigen Stunden über die Nieren und den Urin ausgeschieden.

Vorhofflimmern

Häufige Herzrhythmusstörung; Vorhof und Kammer schlagen unabhängig voneinander und in unterschiedlicher Geschwindigkeit; die Herztätigkeit ist unregelmäßig (und als unregelmäßiger Puls tastbar) und häufig zu schnell, die Belastbarkeit möglicherweise eingeschränkt; Gefahr eines Schlaganfalls; Therapie Überführung in einen normalen Rhythmus oder Marcumarisierung.

Z

Zentraler Venendruck (ZVD)

Druck im rechten Vorhof des Herzens; Messung dient zur Beurteilung des Flüssigkeitshaushalts oder einer Rechtherzbelastung.

Zentraler Venenkatheter (ZVK)

Dünnen Plastikschlauch, der in das Venensystem eingeführt wird und dessen Ende in der oberen oder unteren Hohlvene vor dem rechten Vorhof des Herzens liegt; hierüber können sowohl Infusionen gegeben als auch Blutentnahmen getätigt werden.